Marinus F Rooders Executive Coach in München

   marinus  f   rooders

   executive coaching

Executive und Business Coaching in München Lehel Coaching und Beratungsleistungen Executive & Business Coaching München Executive & Business Coach in München Marinus F. Rooders Geschichten, Bilder, Sprüche und Buchempfehlungen für Selbst-Coaching und Anregungen

 

Der Morgenmuffel
 



Ja, ich gebe es zu; ich war ein Morgenmuffel. Natürlich habe ich das früher niemals zugegeben. Auch wenn meine Frau mich morgens darauf ansprach, habe ich das weit von mir gewiesen. In der Früh brauche ich einfach meine Ruhe, um langsam „in die Gänge“ zu kommen.

Vor einigen Jahren, ich war noch CEO einer kleinen Softwarefirma, erlebte ich öfters Tage, die man lieber schnell wieder vergisst.
Sie kennen solche Tage bestimmt, alles läuft anders als geplant, überall Probleme, schwierige Kunden und Mitarbeiter. Das beginnt schon in der Früh.

Anfahrt und Kontaktdaten Executive & Business Coaching in München Lehel Kooperationen, Partner Netzwerk und Empfehlungen für Beratung und Coaching Impressum - Verantwortlichkeit - Inhaber - Urheberecht - Haftungsausschluss - Disclaimer
Der Morgenmuffel: Ändere Deine Einstellung und erlebe Positives

Ich wohne mitten in München, im Lehel, und auf meinem Weg zur U-Bahn begegne ich oft George. George ist ein Penner, der sich das Lehel zum Wohnzimmer gemacht hat. Er verbringt seine Zeit mit Bodybuildungübungen auf einer Verkehrsinsel und vor allem mit sehr lautem Brüllen.
Schon am Morgen spricht George jeden in der Nachbarschaft an und bittet um einen Euro, um seine Finanzen aufzubessern, immer wieder auch bei mir, auf meinem Weg zur U-Bahn. Von weitem brüllt er mich schon an: „Hallo Heiner“, er nennt mich Heiner, weil er meint dass ich Ähnlichkeiten mit Heiner Lauterbach habe. „Hallo Heiner, wie geht es Dir“? George ist gut drauf, wie immer, ich nicht, wie immer. Er erzählt eine Geschichte, die ich nicht hören will. Ich erkläre ihm, dass er nervt, aber das interessiert George nicht und er fragt nach einem Euro. Ärgerlich laufe ich weiter, mit dem Gedanken, dass auch dieser Tag mal wieder schlecht angefangen hat.
Unten im U-Bahnhof fährt gerade die U5 vor meiner Nase weg. Verdammter George! Die nächste U-Bahn kommt mit Verspätung. „Zusteigen“. „Bitte zurück bleiben“. Ein junger Mann springt gerade noch zwischen die sich schließende Tür. „Kruzifix, i hob doch gsogt zurückbleiben“. Der U-Bahnfahrer ist genervt, ich auch, aber fühle mich seelenverwandt, ich bin heute nicht der einzige Morgenmuffel.
Mit diesem Gedanken schaue ich meine Mitreisenden an und fühle mich gleich zuhause; ein ganzer Wagon voller Morgenmuffel.

Am Zielbahnhof kaufe ich Zigaretten und eine Zeitung, die Dame hinter der Theke wirft mir mein Wechselgeld hin und murmelt etwas Unverständliches, auch sie ist Mitglied im Verein der Morgenmuffel.
Im Büro angekommen informiert mich mein Assistent darüber, dass ich umgehend einen genervten Kunden anrufen soll, dass ein Server bis auf Weitere nicht funktioniert und der Entwicklungsleiter mal wieder eine ordentliche Delle in seinen Firmenwagen gefahren hat. Super! Auch hier fängt dieser Tag mal wieder schlecht an. Und besser wird es bestimmt nicht!
Aber an mir liegt es nicht!  - Oder doch?

Eines Morgens wachte ich auf und glaubte schon zu spüren, dass es wieder so ein schlechter Tag werden sollte. Ich hatte aber am Vorabend gerade ein Buch über die Macht des Unterbewusstseins gelesen und beschloss, meinem Unterbewusstsein zu sagen, dass es ein schöner Tag werden soll. An diesem Tag wiederholte ich mehrmals meine Aufforderung an das Unterbewusstsein: „Alles wird gut, es wird ein schöner Tag“!

Aber nichts passierte, alles blieb beim alten vertrauten Muster. Auch in den nächsten Tagen funktionierten meine Versuche der Autosuggestion nicht.
Mein Unterbewusstsein hatte mich offenbar nicht verstanden.
Ich beschloss daher, das Experiment auf mein Handeln auszuweiten. Vor dem Spiegel stehend, sagte ich laut zu mir selbst: „Genieße diesen Tag, er wird schön und erfolgreich“.
Auf dem Weg zur U-Bahn begegnete ich George, gut drauf wie immer.
Diesmal begrüßte ich George mit einem „Hallo George, wie geht es Dir heute?“. George war etwas überrascht und erklärte, dass er heute Nacht nicht gut geschlafen hat, aber es ihm trotzdem gut ginge. Ich erhöhte seine Tageseinnahme um einen Euro und wünschte ihm alles Gute.
Im U-Bahnhof angekommen, schloss die U5 gerade die Türen. Okay, dachte ich, die nächste kommt in 5 Minuten, dann kann ich jetzt mal lesen, was auf diesem Poster vom Völkerkundemuseum steht. Pünktlich rollt die nächste U5 ein. Ich steige ein, „Bitte zurückbleiben“, die Türen schließen und ich schaue meine Mitreisenden freundlich an und bekomme selbst ein nettes Lächeln von einer sehr gut aussehenden Dame zurück. Das tut gut, diesen Tag werde ich genießen, es wird ein schöner Tag.
Am Zielbahnhof kaufe ich Zigaretten und Zeitung und sage zu der Dame hinter der Theke: „Herzlichen Dank, ich wünsche Ihnen einen wunderschönen Tag“. Sie schaut mich etwas verwirrt an und antwortet mit einem Lächeln; „Das wünsche ich Ihnen auch“. „Danke“. Und es begann - ein schöner Tag.

Ich traf die Entscheidung, ab sofort jeden Tag mit dieser neuen Einstellung anzugehen.
Seitdem habe ich keinen wirklich schlechten Tag mehr erlebt. Natürlich passieren noch immer unangenehme Dinge und manche Leute nerven mich, aber ich lasse mich nicht mehr anstecken. Ich bin aus dem Verein der Morgenmuffel ausgetreten.

Die Moral dieser Geschichte? Der Wunsch, seine Einstellung zu ändern, reicht nicht, wir müssen die Änderung der Einstellung auch umsetzen und in unser Handeln und unsere Interaktion mit unserer Umgebung integrieren. Nur so „versteht“ das Unterbewusstsein uns und das dadurch provozierte positive Feedback unserer Umwelt wird uns dabei wirkungsvoll unterstützen.

Zurück zu "DIY Coaching"